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Vorführung und Beugehaft

Wenn Beschuldigte oder Zeugen einer zugestellten Vorladung nicht Folge leisten, können sie zwangsweise vorgeführt werden. In dringenden Fällen kann schon nach dem ersten nicht gerechtfertigten Ausbleiben ein Vorführungsbefehl erlassen werden.

Beschuldigte oder Zeugen werden dann von den Sicherheitsbehörden festgenommen und dem Richter vorgeführt, um ihre Aussage zu machen. Die Kosten der Vorführung müssen diese selbst tragen.

Zeugen können auch durch Androhung einer Geldstrafe zum Erscheinen bei Gericht bewegt werden (gelinderes Mittel). Wenn Geladene ohne gültige Entschuldigungsgründe dem Gericht fernbleiben, können Richter eine Geldstrafe verhängen oder die Vorführung anordnen.

Zeugen können – sofern sie vor Gericht zwar erscheinen, aber ungerechtfertigterweise nicht aussagen – durch Beugestrafen zur Aussage bewegt werden. Diese Strafen reichen von Geldstrafen bis hin zur Beugehaft, die in wichtigen Fällen bis maximal sechs Wochen betragen kann.

Der Vollzug der Beugestrafe richtet sich nach dem Strafvollzugsgesetz und findet in einem gerichtlichen Gefangenenhaus statt.

Auch die Herausgabe von Beweisstücken (z.B. Gegenständen) kann durch Beugestrafen erreicht werden. In diesem Fall beträgt die maximale Haftdauer ebenfalls sechs Wochen.

Hinweis:

Die Anordnung einer Beugestrafe kann auch im Verwaltungsverfahren und im Zivilverfahren ergehen.

Rechtsgrundlagen

Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter und entspricht damit in diesem Text exakt der gesetzlichen Terminologie der Strafprozessordnung (§ 515 Abs. 2 StPO).
Letzte Aktualisierung: 01.06.2026
Für den Inhalt verantwortlich: oesterreich.gv.at-Redaktion